Warum ich in die Wudang Berge gehe

Funkenbrief #5

Hallo Du :)

ich schreibe Dir aus dem Flugzeug, oder genauer: Dieser Newsletter ist ein paar Tage vorher entstanden und erreicht Dich, während ich irgendwo zwischen Heidelberg und China unterwegs bin. Gestern, am Montag, bin ich losgeflogen. Heute, Dienstag, bin ich hoffentlich schon in den Wudang-Bergen angekommen.

Darüber will ich Dir heute erzählen: Warum ausgerechnet Wudang. Und was das mit Sri Lanka zu tun hat.

Wenn Du die Sri-Lanka-Reise nochmal nachspüren möchtest oder bisher nur Teile davon erlebt hast: Auf der Website findest Du jetzt die komplette Sri-Lanka-Galerie und die ganze Sri-Lanka-Serie auf dem Blog.

Die Einsicht, die ich in Sri Lanka nicht mehr umgehen konnte

Ich war nicht mehr in meinem Körper.

Vor einigen Jahren bin ich in eine Belastungsstörung geraten. Das hat Spuren hinterlassen, und eine der tiefsten war diese: Ich habe gelernt, meinen Körper zu überhören. Weil ich glaubte, funktionieren zu müssen. Weil ich mir nicht die Zeit nahm zu spüren, was gerade da ist.

Das ist nichts, wofür ich mich schäme. Viele Menschen, mit denen ich heute arbeite, kennen das genauso. Es ist das Ergebnis langer Jahre, in denen wir gelernt haben, dass Leistung zählt und der Körper funktionieren muss.

Wie tief diese Entfremdung ging, hat mich selbst erschüttert, als ich es bei mir beobachtet habe:

Irgendwann nachmittags, nach soundsovielen Meetings und Verhandlungen, merkte ich, dass meine Konzentration nachließ. Ich saß da und dachte: Was soll das denn? Warum komme ich nicht weiter?

Und dann fiel mir auf: Ich hatte seit dem Morgenkaffee nichts gegessen und nichts getrunken. Nicht weil ich vergessen hätte, dass man essen muss. Sondern weil ich meinen Körper schlicht nicht mehr gespürt habe. Der Hunger war da, der Durst war da. Ich habe sie nur nicht mehr wahrgenommen.

Vielleicht kennst Du das. Vielleicht in einer anderen Form: nicht mehr richtig schlafen können. Den Anruf der Mutter nicht mehr aushalten. Sich beim Blick in den Spiegel kurz nicht wiedererkennen. Der Körper meldet sich, irgendwann, in seiner eigenen Sprache.

Nur: irgendwann funktioniert er nicht mehr. Schweigt nicht mehr. Und dann meldet er sich. Bei mir waren es die Hüfte, das Gewicht, die Erschöpfung.

Sri Lanka war der Anfang, nicht das Ziel

Ich habe die Ayurveda-Kur im August 2025 gebucht. Lange vor allem anderen. Ich wollte meinem Körper zuhören, ihm die Ruhe geben, die er brauchte.

Dass dann im Winter meine berufliche Freistellung dazukam, und damit die Möglichkeit, im Anschluss an Sri Lanka nach Wudang zu gehen, war nicht geplant. Es hat sich gefügt. Ich nenne das Synchronizität.

Aus der geplanten Erholungsreise wurde die Vorbereitung für etwas Größeres. Sri Lanka hat meinen Körper wieder hörbar gemacht. Wudang wird ihn wieder gesund machen.

Warum Qi Gong

Yoga, ehrlich gesagt, hat mich nie wirklich gerockt. Es ist schön, es ist sanft, es tut gut. Aber ich habe es nie gefunden als das, was mich innerlich in Bewegung setzt.

Qi Gong hat mich sofort angesprochen. Vom ersten Kontakt. Ich habe gesucht, online probiert, lokale Angebote recherchiert. Die Möglichkeiten waren rar. Und je mehr ich gesucht habe, desto klarer wurde: Wenn ich das wirklich lernen will, muss ich zur Quelle.

Und die Quelle sind die Wudang Berge.

Hier, in diesen Bergen, ist die Tradition der daoistischen inneren Kampfkünste und Energiearbeit entstanden: Qi Gong und Tai Chi.

Seit über 1.500 Jahren praktizieren daoistische Mönche hier. Was heute weltweit als Qi Gong und Tai Chi geübt wird, trägt die Signatur dieses Ortes.

Ich arbeite gerne mit Goldstandards. Wenn ich etwas lerne, dann am Ursprung.

Ein kurzes Wort zu meinem inneren Kompass

Meine Wachstumskarte für 2026/27 ist XIV Kunst. Sie steht für Alchemie, für die Verbindung von Gegensätzen zu einem neuen Element. Für eine Wandlungsphase, in der bisher unbelebte Seiten durch das Neu-Erlernte aktiviert werden. In der archetypischen Heldenreise steht sie für die Reifung durch Erfahrung.

Wenn XIII Tod das Loslassen war, ist XIV Kunst das Weben des Neuen aus allem, was bleibt.

Für mich bedeutet das konkret: Wudang soll meine verschiedenen Stränge zusammenführen. Die Körperarbeit, die ich in Sri Lanka wieder entdeckt habe. Die Energiearbeit, die ich seit Jahren praktiziere. Das Coaching, das bisher vor allem im Kopf undim Herzen stattfand. Alles soll zu etwas Neuem werden.

Qi Gong ist Energiearbeit auf körperlicher Ebene

Und hier wird es spannend, gerade für die Arbeit, die ich als Coach mache.

Ich arbeite seit Jahren mit Energiearbeit: Prana-Heilung, MFL, Methoden nach Jeffrey Allen. Das sind wunderbare Werkzeuge. Sie wirken auf der energetischen Ebene.

Und bevor Du jetzt denkst: „Energie? Klingt nach Esoterik“ - hier eine nüchterne Perspektive darauf:

Energie ist dort, wo die Aufmerksamkeit ist.

Energiearbeit ist in ihrem Kern nichts anderes als präzise gelenkte Aufmerksamkeit. Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf meine rechte Schulter richte, verändert sich dort die Durchblutung, die Muskelspannung, die Wahrnehmung. Messbar. Neurowissenschaftlich erklärbar. Nichts Mysteriöses.

Fun Fact: Zwei meiner Methoden arbeiten genau mit diesem Prinzip. Hypnose ist im Kern gezielte Aufmerksamkeitsfokussierung. Auch die Klangmeditation, die Du als meine Willkommensmail erhalten hast, wirkt über dasselbe Prinzip. Der Klang führt Deine Aufmerksamkeit, und mit ihr die Energie.

Qi Gong arbeitet genau auf dieser Ebene, nur körperlich geführt. Die Bewegungen sind keine Gymnastik. Sie sind gestaltete Aufmerksamkeitsführung. Jede Form, jede Geste, jede Atmung ist präzise entwickelt, um Aufmerksamkeit, und damit Energie, durch den Körper zu lenken.

Für mich ist Wudang damit der fehlende Baustein. Energie verstehe ich. Körperarbeit habe ich gespürt. Jetzt lerne ich, beides zu einer Einheit werden zu lassen.

Was ich mit nach Hause bringen will

Drei Dinge.

Erstens: Qi Gong und Tai Chi in einer Tiefe, die ich online oder in einem deutschen Wochenendkurs nicht erreichen kann. Als tägliche Praxis. Für mich und irgendwann auch für meine Klient:innen.

Zweitens: Einblicke in den Daoismus. Nicht als Religion, die ich praktiziere, sondern als Philosophie, die mein Denken schärft. Zum Buddhismus fühle ich mich seit langem angezogen, der Daoismus wird eine schöne Ergänzung.

Drittens: Meine Hüfte. Ganz banal. Ich will sie durch sanfte, geerdete Bewegung wieder voll funktionstüchtig machen. Was Wudang strukturell anbietet, passt genau dorthin: tiefe Stände, die das Becken beruhigen. Bauchatmung, die seit Jahren angespannte Muskulatur durch das Zwerchfell löst. Langsamkeit, die das Nervensystem zurück in den Ruhe-Modus holt. Fließende Bewegungen, in denen der Körper wieder vermitteln darf, statt zu halten.

Bei mir ist es die Hüfte. Bei anderen vielleicht der Magen. Der Schlaf. Der Kiefer. Der Körper findet seine eigene Sprache, wenn das Nervensystem ihm wieder zuhört.

Falls beim Lesen etwas in Dir mitschwingt, magst Du mir gerne antworten. Aus solchen Antworten lerne ich, was Dich bewegt, und schreibe danach.

Am Freitag der nächste Newsletter: Organisatorisches. Und das hat es in sich.

China ist nicht Sri Lanka. Das Visum, die Sprache, das Leben im ehemaligen Kloster, der Umgang mit Internet und Kommunikation. Darüber erzähle ich Dir dann.

Lass Deinen Funken leuchten ✨

Anja

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Organisatorisches- und warum das mehr ist als Orga

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