Der Körper erinnert sich
Sri Lanka, Frühjahr 2026. Vier Wochen Ayurveda im Barberyn Beach, Weligama.
Alpenüberquerung. Der Aufbruch.
Im Frühjahr 2026 war ich vier Wochen in einer ayurvedischen Kur in Sri Lanka. Eingebettet zwischen einem 50. Geburtstag, der Tarotkarte XIII Tod als Wachstumsbegleiterin und einer tiefen körperlichen Erschöpfung, die ich nicht mehr ignorieren konnte.
Was als Erholungsreise geplant war, wurde zur intensivsten körperlichen Arbeit, die ich seit Jahren geleistet habe. Der Körper erinnert sich an Dinge, die der Kopf längst vergessen hat. Und er lässt sie los, wenn man ihm den Raum dafür gibt.
Diese Galerie erzählt davon. In vier Kapiteln, mit Bildern und kurzen Texten, die aus den Newslettern dieser Zeit stammen.
Ankommen im Barberyn Beach, Weligama
Das Resort ist ausnehmend ruhig, schön und weitläufig. Die Architektur vermengt sich auf organische Art mit der Natur. Sehr buddhistisch, wie ich finde- alles hat seinen Platz.
Wilde Tiere begegnen mir auf Schritt und Tritt.
Die direkte Nachbarschaft zu einem anderen Barberyn Hotel verhilft zu größerem Gelände, zwei Pools, und einem Fitnesstudio, das zur Verfügung steht.
Der Indische Ozean ist in direkter Nachbarschaft und ich kann in meinem Zimmer leise die Brandung hören.
Erstes Kapitel: Der Körper arbeitet
Der Tagesablauf ließ keine Fragen offen. Sechs Uhr morgens, ayurvedische Medizin, dann Yoga und Pranayama im Yogaraum im siebten Stock. Auf der einen Seite tropischer Wald bis nach Weligama, auf der anderen der Indische Ozean. Jeden Morgen, noch bevor der Tag richtig begonnen hat.
In den ersten Tagen eine Erkenntnis, die mich traf: Mein Körper war wahnsinnig unbeweglich. Nicht wegen starrer Gelenke, sondern weil ich jahrelang Spannung gehalten hatte. In den Muskeln, in der Haltung, im Atem.
Ayurveda unterscheidet nicht zwischen körperlichen und seelischen Ablagerungen. Was sich festsetzt, setzt sich fest. Der Körper speichert alles. Und er kann loslassen, wenn man ihm den Raum dafür gibt.
Zweites Kapitel: Shirodhara, Vollmond und ein schlafender Hund
Nach den körperlichen Reinigungen kommt eine andere Art von Tiefe. Shirodhara, der Stirnölguss. Warmes, mit Kräutern angereichertes Öl, das in einem kontinuierlichen Strahl über die Stirn fließt. Sanft. Gleichmäßig. Unaufhörlich.
Was tief liegt, darf hochkommen. Bei mir kommt es heftig.
Es ist Vollmond. In Sri Lanka ist jeder Vollmond ein buddhistisches Poya-Fest. Wir Touristen werden willkommen geheißen, ohne Vorbehalte. Frische Lotusblüten, Frangipani, leuchtende Farben im Kerzenlicht. Die Gesänge der Mönche tragen durch die Dämmerung.
Und dann, an der Stupa, ein schlafender Hund. Mitten im Geschehen, mitten unter den betenden Menschen. Niemand stört ihn. Er liegt einfach da, tief entspannt, als wäre das sein Zuhause.
Das ist es. Das ist buddhistische Kultur. Mitgefühl als Normalzustand.
Drittes Kapitel: Menschen, Zimt und was bleibt
So viele wunderbare Menschen habe ich hier kennen lernen dürfen. Eine Bereicherung auf allen Ebenen.
Mitten in der Reise: ein Zweifel. Ist das Coaching-Business wirklich das Richtige? Der Kopf dreht seine Runden. Aber mein Herz ist still. Und sicher.
Mein 50. Geburtstag, mitten in Sri Lanka. Die Mitarbeiter im Resort dekorierten mein Zimmer, schmückten meinen Tisch, sangen mir abends ein Ständchen mit Geburtstagstorte. Ich bin so gerührt, dass mir fast die Tränen kommen.
Wann hast Du zuletzt einfach annehmen dürfen?
Ein Tagesausflug zur Cinnamon Island. Hier wird Zimt seit Jahrhunderten von Hand hergestellt. Die Äste werden geschlagen, die innere Rinde schichtweise abgetragen, im Schatten getrocknet, täglich nachgerollt. Sri Lanka hält 90 Prozent des Weltmarktes für echten Ceylon-Zimt. Jedes Gramm trägt die Arbeit von Menschenhänden in sich.
Was bleibt: Meine Hüfte wird besser. Mein Körper reguliert sich selbst, wenn man ihn lässt. Das Vertrauen in meinen eigenen Körper ist vielleicht das größte Geschenk dieser Reise.
Was bleibt
Vier Wochen Sri Lanka. Ein 50. Geburtstag, der zum Wendepunkt wurde. Ein Körper, der sich erinnert hat. Eine Reise, die ich mir selbst geschenkt habe und die mehr wurde, als ich planen konnte.
Was bleibt, ist Dankbarkeit. Für die Menschen, die mich begleitet haben. Für den Ort, der mich getragen hat. Für mein wundervolles Geschenk an mich selbst.
Wenn wir wirklich wachsen wollen, dürfen wir keine Ebene auslassen. Emotional. Im Unbewussten. Mental. Und körperlich.
Der Körper erinnert sich. Und er kann loslassen, wenn wir ihm den Raum dafür geben.
Der Weg nach vorn ist der Weg nach innen.
Sri Lanka war ein Meilenstein auf meinem Weg, nicht das Ziel.
Sri Lanka war Wurzel. Wudang wird Wachstum.
Demnächst hier auf diesem Kanal: Die Wudang-Galerie.
Wo ich war: Barberyn Beach Ayurveda Resort Barberyn Rd, Weligama 81700, Sri Lanka
Reiseveranstalter: Ayurveda & Yoga Travel, Neuengasse 30, CH‑3001 Bern
Persönliche Empfehlung, keine Werbekooperation